Category : Workshop

Wege ins Theater – Als Theater-DJ ästhetische Mittel mixen

„Freeze! Diagonale! Luftgitarre spielen in Zeitlupe!“ Der Theater-DJ kann am theatralen Mischpult seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Die Gruppe reagiert auf die Rufe der Mitschülerin, die hinter den Tisch getreten ist, auf dem ein ganzes Buffet an Theatermitteln, die auf verschiedenfarbigen Karten visualisiert sind, ausgebreitet ist.

Durch die Kombination von Tätigkeiten und verschiedenen ästhetischen Mitteln entstehen wirkungsvolle Bilder. Viele der Mittel wie z.B. Freeze, Spiegeln, Synchronität oder Tempowechsel haben wir in den vorangegangenen Wochen bereits kennengelernt und damit experimentiert.

Je vertrauter die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten werden, desto größer wird auch der Mut, sie in den Szenen einzusetzen, die Kleingruppen zu verschiedenen Themen erarbeitet haben.

Wäre es nicht interessant, wenn die beiden besten Freundinnen ihre Bewegungen gespiegelt ausführen? Das wird sofort ausprobiert und die Szene konzentriert und mit überraschendem Ergebnis immer weiter verfeinert.

Wege ins Theater – Schlummernde Schauspielerinnen und Schmetterlinge

So ein Workshop-Wochenende ist intensiv und zum Theaterspielen braucht man Energie.

Die Vorhänge sind mehr als eine Bühnendekoration. Sie bieten den Schauspielerinnen auch einen gemütlichen Ort für ein Nickerchen zwischendurch.

Oder hat sich hier jemand für die Verwandlung zum Schmetterling verpuppt?

Wege ins Theater – Shakespeares Themen: Liebe und Haß

Auch das zweite Wochenende mit Workshop und Theaterbesuch war ein voller Erfolg! Der Samstag stand ganz im Zeichen Shakespeares und der Ausdrucksform des Bewegungs- und Tanztheaters. Spiel mit Geschwindigkeiten, Ebenen, Gesten, Posen, das sind wichtige Mittel um eine Geschichte ganz ohne Worte sondern mit den Mitteln des Körpers auszudrücken.

Die Geschichten, um die es an diesem Tag ging, hat der englische Dichter William Shakespeare vor fast 500 Jahren zu Papier gebracht. Romeo liebt Julia, Hamlet liebt Ophelia, König Lear liebt seine Töchter. Und trotzdem enden alle diese Geschichten mit nicht wenigen Leichen und gebrochenen Herzen. Warum gesellen sich zur Liebe so oft Hass und Eifersucht, sodass ein Happy End oft in immer weitere Ferne rückt? Diese Frage hatte sich auch das Team der Inszenierung „For you my love“ gestellt.

Das Tanztheaterstück sahen wir gemeinsam in der Schauburg, dem Theater der Jugend der Stadt München an und waren beeindruckt von den vielen verschiedenen Ideen, mit denen uns die drei Schauspieler und zwei Tänzer beim Erzählen der Geschichten überraschten.

Wege ins Theater – Der erste Theaterbesuch in Memmingen

Am Samstag, den 14.01., haben wir gemeinsam im Landestheater Schwaben in Memmingen die Uraufführung des Stückes „Zwischen den Dingen sind wir sicher“ besucht. In dem Stück zeichnet die junge Autorin eine Welt, in der nach einem Krieg oder einer Katastrophe alles zerstört ist. Drei Geschwister haben sich ihr eigenes Zuhause gebaut und versuchen sich in der Perspektivlosigkeit zurecht zu finden. Sollen sie sich immer weiter hinter ihrem Wall aus Müll verschanzen oder sollte man sich gar der bewaffneten Widerstandsgruppe anschließen? Die spannende Inszenierung und vor allem das phantasievolle Bühnenbild haben die Gruppe sehr begeistert. Die Handlung und die unterschiedlichen Figuren boten viel Gesprächsstoff für die Rückfahrt im Zug. Bei unserem nächsten Treffen haben wir die Eindrücke und Beobachtungen gesammelt und über einige spannende Fragen weiter diskutiert.

„Es war traurig, aber auch schön!“ Schülerin, 13 Jahre

Das «Türkenmariandl» bei der TGD in Berlin

Berlin, 4.12.2015, Rotes Rathaus

Türkische Gemeinde in Deutschland – Almanya Türk Toplumu

‚Mein Land – Zeit für Zukunft‘ – ein Programm der Türkischen Gemeinde in Deutschland, zu dessen Gelingen dieKunstBauStelle, die Mittelschule Landsberg am Lech und das Landsberger Tagblatt seit dem Startschuss 2013 mit zahlreichen Projekten immer wieder beigetragen haben. Nun trafen sich Projektleiter und Kooperationspartner zur Fachtagung ‚Partizipation als Prozess – Vielfalt in der Wirkung?! Stolpersteine & best practice-Ansätze in der Jugendkulturarbeit‘ mitten im Herzen Berlins. Die Projekte werden über das Bundesprogramm ‚Kultur macht stark‘ gefördert.

Projektleiter Klaus Komatz und pädagogische Leiterin Lena Graser warfen zusammen mit Vertretern der über 60 Bündnisse im Roten Rathaus einen Blick in die Vergangenheit. Schautafeln, Videos, Tonaufnahmen und Live-Berichte präsentierten großartige Projekte aus ganz Deutschland. Ergebnisse aus dem ‚Türkenmariandl‘ und ‚Erzähl‘ deine Geschichte‘ durften da natürlich nicht fehlen und waren in der Ausstellung mit Bild- und Tonmaterial vertreten. Mit der Erfahrung von bereits neun durchgeführten Projekten gaben Wolfgang Hauck (dieKunstBauStelle), Lilli Huber (Soziologin und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin des ISB) und Christine Stahl (Mittelschule Landsberg am Lech) neuen Projektteilnehmern kompetent Auskunft über Tricks und Kniffe für gelingende Workshops.

Auch der Blick in die Zukunft fehlte nicht. Im Rahmen der drei Workshops ‚Interkulturelle Bildung – Wirksamkeit und Relevanz kultureller Bildung im Kontext von Diversität‘, ‚Was heißt eigentlich bildungsbenachteiligt? – Reflexion über die Zielgruppe der Jugendlichen und Auseinandersetzun mit Herausforderungen in der Praxis‘ und ‚Erfolgreiche Zusammenarbeit im Bündnis – Hemmnisse und Chancen nachhaltiger Kooperationen und strategischer Partnerschaften“ tauschten alte Hasen und Neulinge intensiv Erfahrungen aus und arbeiteten konstruktiv an Entwicklungsfeldern.

„Nachdem die Zusammenarbeit mit der Mittelschule in den vergangenen Jahren so wunderbar geklappt hat, steigen wir in eine vierte und fünfte Projektphase ein, die in den kommenden beiden Jahren stattfinden wird“, erklärt Hauck. Wer jetzt denkt, da wird Unterricht auf den Nachmittag ausgedehnt, der irrt. Bei allen Workshops haben die Jugendlichen das Thema festgelegt und Ergebnisse selbst erforscht. „Somit war die Motivation sehr groß und alle Schüler*innen, die an einer Schreibwerkstatt, einem Foto- oder Medienworkshop teilgenommen haben, waren hellauf begeistert und beim Anblick der Ausstellung sehr stolz auf ihre Werke“ so Stahl.

20 Jahre Türkische Gemeinde in Deutschland

Dieses Treffen war integriert in die Feierlichkeiten zum 20 jährigen Bestehen der türkischen Gemeinde in Deutschland

Neben dem türkischen Botschafter Hüseyin Avni Karslıoğlu, sprachen die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka die Grußworte. Daneben gehörten auch Bundestagsabgeordnete, Vertreter der Verbände und anderer Partnerorganisationen zu den Teilnehmern.

„Bestmögliche Bildungschancen für Kinder und Jugendliche, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft,“ forderte Wanka. Kolat Dilek, Bürgermeisterin von Berlin und Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, betonte, daß jeder Euro in die Integartion von Flüchtlingen uns allen zu Gute kommen wird.

ARTIKEL
Fachveranstaltung MeinLand – Zeit für Zukunft, TGD, 11.12.2015
Frau Prof. Dr. Johanna Wanka besucht die Ausstellung Mein Land – Zeit für Zukunft

Bericht: Christine Stahl
Foto: Wolfgang Hauck

TAMAM! Tolles Team und viel Spaß

„Wir hatten ein gutes Team, eine tolle Idee und viel Spaß bei unserer ersten Geschichte.“ (Bader aus Syrien)

„Es war schön, zusammen mit deutschen Jugendlichen etwas zu machen. Das wollte ich schon immer“ (Adnan, Syrien)

„Toll war, dass wir alle gut drauf waren. Wir haben viel gelacht und gut als Team zusammen gearbeitet.“ (Marie, Deutschland)

„Es hat mir großen Spaß gemacht, Bilder zu machen. Das Team war sehr nett.“ (Ali, Eritrea)

„Mir hat gut gefallen, dass wir Fotos und Videos gemacht und auch Spiele gespielt haben.“ (Mahmod, Syrien)

„Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben so richtig fotografiert!“ (Ziya Sami Haji, Irak)

„Das Problem war, bei den Aufnahmen nicht zu lachen. Denn wir hatten so viel Spaß!“ (Majd)

„Toll war, dass es gar keine Berührungsängste gab. Wir haben uns alle super verstanden!“ (Natalie, Deutschland)

„Ich möchte noch viel mehr machen, mir weitere Geschichten ausdenken und auch Videos machen.“ (Emad)

„Ich würde gerne einen Film für Syrien machen.“ (Bader, Syrien)

„Es wäre schön, einen Film oder eine Geschichte darüber zu machen, wie Flüchtlinge in Deutschland leben.“ (Adnan, Syrien)“

Das Bündnis besteht aus dieKunstBauStelle e.V., dem Landratsamt Landsberg und dem Ignaz-Kögler-Gymnasium.

Das Projekt TAMAM! wird unterstützt durch das Programm MeinLand – Zeit für Zukunft der Türkischen Gemeinde in Deutschland im Rahmen des Bundesprogramms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung des Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das Projekt läuft von Dezember 2016 bis Dezember 2017.

TAMAM! Der Auftakt

In unserem aktuellen Projekt TAMAM, das wir mit jungen Geflüchteten durchführen sowie deutschen Schülerinnen und Schülern, die die Flüchtlinge als Mentoren begleiten, führen wir in die Medientechnik ein. Schwerpunkt ist Video. Als Einstieg in die Technik werden Fotocomics als „Storyboard“ erstellt, so wie man sie für einen späteren Videodreh benötigt. Rund 32 Geflüchtete und circa zwölf Schülerinnen und Schüler des Ignaz-Kögler-Gymnasiums arbeiten gemeinsam daran.

Die erste Aufgabe für unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestahd darin, sich in Gruppen zusammen zu finden, um sich gemeinsam zwei Orte in Landsberg zu überlegen, die einen Handlungsrahmen für eine Geschichte oder eine einfach Aktion bilden könnten. Diese wiederum wird sich im Anschluss gemeinsam ausgedacht und allen vorgestellt.

Fotoshooting für Storyboard

Nach einer Einführung, worauf bei der Erstellung eines Storyboards zu achten ist und wie Bilder am besten angeordnet werden, geht es direkt los. Ausgestattet mit Kamera und Smartphone begeben sich die jeweiligen Gruppen zu ihren Schauplätzen. Das Fotoshooting kann starten. Ob Mutterturm, Bahnhof, Lechwehr oder der Gemüseladen nebenan: Es wird geschauspielert, gepost, fotografiert, fotografiert und noch mal fotografiert.

Bereits am nächsten Tag werden die Bilder der einzelnen Gruppen im Workshop vorgestellt und gemeinschaftlich besprochen. Unterschiedliche Vorgehensweisen und Qualitäten werden schnell deutlich: Manche Gruppen haben wenig Bilder gemacht, und die wenigen waren schon alle ziemlich gut, manche haben wiederum sehr viele Aufnahmen geschossen, von denen nur eine kleine Auswahl wirklich nutzbar ist. Gemeinsam haben wir alle schon mal versucht zu verstehen, was auf den Bildern erzählt werden soll. Was zum Teil gar nicht so einfach war.

Gar nicht so leicht

Schnell wird klar: Einfache Abläufe mit Bildern zu erzählen, ist nicht so leicht, wie man denkt. Man muss vorher unheimlich viel überlegen, etwa welche Bildanordnung am meisten Sinn macht und letztendlich zu einer schlüssigen Geschichte führt. Schließlich ist ein Storyboard quasi die Vorbereitung für einen späteren Film oder ein späteres Video.

Spaß im Team

Schon die ersten beiden Tage haben allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern großen Spaß gemacht. Besonders die gute Zusammenarbeit wurden geschätzt: „Wir hatten ein gutes Team, eine tolle Idee und viel Spaß“, sagt etwa Bader aus Syrien. Adnan aus Syrien fügt hinzu: „Es war lustig und interessant.“ Besonders gefallen hat ihm die Zusammenarbeit zwischen den deutschen Jugendlichen und den Flüchtlingen. Denn „das Zusammensein ist wichtig, es nimmt den Deutschen die Scheu vor uns Ausländern“, sagt er weiter. Auch wichtig ist für ihn dabei, deutsch lernen zu können.

Berührungsängste abbauen

Auch Natalie aus Landsberg fand es toll, mit den Flüchtlingen zusammen zu arbeiten. „Es hat alles super geklappt, wir haben uns alle sehr gut verstanden. Berührungsängste gab es gar nicht – zum Beispiel habe ich mit Javad ein Paar gespielt, dazu haben wir sogar Händchen gehalten.“ Natalie fand es zudem gut, kreativ sein und gemeinsam etwas erarbeiten zu können, sich gemeinschaftlich eine Geschichte auszudenken und diese dann nachzuspielen. „Das hat großen Spaß gemacht, und wir haben sehr viel zusammen gelacht“, sagt sie.

Bewegte Bilder produzieren

Von den Flüchtlingen waren viele dabei, die zum ersten Mal so richtig fotografiert haben, etwa Ziya Sami Haji aus dem Irak. „Für mich war es ein guter Tag, weil ich so viele Fotos machen konnte.“ Auch Ali aus Eritrea hat das Bilder machen sehr gefallen, und er würde das gleiche am liebsten noch einmal als Video drehen. Bestom aus Eritrea würde ebenfalls gerne einen Film machen, eventuell über eine neue Geschichte, die sich dazu noch ausgedacht werden müsste. Adnan hat sogar schon konkretere Vorstellungen: Er würde gerne einen Film darüber machen, wie Flüchtlinge in Deutschland leben. Oder auch ein Theaterstück, denn in Syrien hat er Literatur studiert und als Schauspieler gearbeitet.

Lichträume zum Leben erwecken

Wer bei diesem Projekt mitwirkt hat, wird selbst zum Baumeister, zum Gestalter, zum Künstler und zum Handwerker. Eine Woche lang arbeitet der Landsberger Kulturverein «dieKunstBauStelle e.V.» in seinem Projekt ARCHITECTUS LUCIS mit Landsbergerinnen und Landsbergern zwischen acht und 99 Jahren sowie internationalen Helfern und Referenten unter dem Motto «Wir folgen dem Schaffen von Dominikus Zimmermann», um in der alten IKG-Turnhalle aus Kartonagen Objekte, Kostüme und Räume zu erschaffen und die Lichtkunst des bekannten Architekten selbst zu erleben. Am kommenden Samstag, den 22. Oktober findet nun ab 15:00 Uhr das große Projekt-Abschlussevent statt.

Kreativer Prozess

Die ganze Woche stand im Zeichen des Erschaffens und der Kreativität. „Zu Beginn wusste wirklich niemand, was letztendlich dabei herauskommen wird“, sagt Wolfgang Hauck, Projektinitiator und Vorsitzender «dieKunstBauStelle e.V.». Es war ein kreativer Prozess, Gedanken wurden aufgegriffen, neue Ideen entstanden, wir waren offen für alles“, betont Hauck.

Rund 140 Mitwirkende, darunter auch Schüler der Mittelschule, des IKG sowie der Montessori- und Waldorfschule haben bereits beim Projekt mitgewirkt. „Am Nachmittag und Abend kamen sehr viel Unterstützung von Flüchtlingen, Künstlern und Architekten oder einfac Landsberger, die einfach mal so vorbei gekommen sind“, so Hauck.

Lichträume zum Leben erwecken

Gemeinsam wurden zunächst Ideen gesammelt. „Die Kunst bei der Architektur ist es, einem Raum zu schaffen und diesen zum Leben zu erwecken und für das Leben zugänglich zu machen“, erklärt Hauck. „Das ist es zunächst, was wir mit den Kartonagen gemacht haben – Räume kreiert. die Kunst begint dort, wo man mit dem vorhandenen Licht des Tages umgeht und nicht einfach nur elektrisches Licht einsetzt. Deswegn sind Öffnungen und kunstvolle Ausschnitte in die Räume aus Karton hineingearbeitet. Dadurch entstehen die Lichträume. Dieses Prinzip muss man sich in großen Dimensionen vorstellen – wir haben große „Lichtraumkuben“ hergestellt, die man herumschieben und kombinieren kann.“

Diese großen Boxen etwa wurden mit Schülerinnen und Schülern der 12. Jahrgangsstufe des IKG erarbeitet, die sich derzeit im Kunstunterricht mit dem Schwerpunkt Architektur beschäftigt. Vier Tag lang waren sie jeden Vormittag vor Ort und konnten sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen – die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.

„Es ist ein tolles Projekt“, sagt die 17-jährige Jana, Schülerin des IKG. „Ich mag es sehr, etwas gemeinsam mit anderen Leuten zu bauen. Spannend dabei: Für mich sind Kartons bisher einfach nur Kartons gewesen. Ich hätte nie gedacht, was man alles daraus bauen kann, vor allem in dieser Größe.“

Andere, vor allem jüngere, Schulkinder haben sich ebenso mit dem Thema Lichtgestaltung beschäftigt, allerdings in etwas anderer Form. So haben sie Fenster mit Transparentpapier beklebt oder nach den Umrissen ihrer eigenen Körper Karton-Figuren in barocken Posen gebaut. Und schließlich gibt es noch bewegliche Skulpturen, moderne Engel und „fliegende Kisten“ – all diese Elemente werden schlussendlich im Lichtraum zum Leben erweckt.

Wie Schule – nur zehn mal besser

Der elfjährige Matthias, Schüler der Mittelschule Landsberg, ist begeistert: „Es ist wie Schule, nur in zehnfacher Verbesserung.“ Auch seine Lehrerin Aslihan Özcan freut sich: „Es ist toll, dass die Schüler kreativ sein und sich ausleben können. Wenn sie am Samstag das Ergebnis sehen, werden sie sich noch glücklicher fühlen – weil sie nämlich Teil dieses Großprojekts – sein durften.“

„Unser Projekt ist bewusst keine Rekonstruktion auf Leben und Werk von Dominikus Zimmermann“, so Hauck. „Wir bauen nicht nach, sondern folgen seinem Schaffen. Und versuchen, uns mit seinem Geist zu beschäftigen, sein inspiriertes Kunstschaffen zu verinnerlichen und nachzuverfolgen.“

„Egal ob Künstler, Architekt, Handwerker, Schüler oder Rentner: Alle sind dabei und haben die Möglichkeit, sich einzufühlen“, erklärt Hauck. Dabei sei es sehr interessant zu sehen: Wie arbeitet der Architekt, wie arbeitet der Künstler? Ganz wichtig sei es, dass Raum und Gestaltung ineinandergreifen, sonst funktioniere es nicht. Der reine Künstler, der ein Bild malt, sei frei von diesen Vorgaben und könne einfach drauflosmalen. Hier dagegen gäbe es den direkten Dialog mit der Welt.

Großes Abschlussevent: Anschauen, mitmachen –und zerstören

Alle arbeiten gemeinsam auf den einen großen Tag hin – nämlich auf das Abschlussevent am Samstag, bei dem alle Werke in verschiedener Form präsentiert werden.

Beginnen wird dieses von 15:00 bis 16:00 Uhr mit einem Umzug der beweglichen Skulpturen durch die Innenstadt Landsbergs. Ab 16:00 Uhr ist die Cardboard-Ausstellung, Party oder Performance – wie immer man diese Mischung bezeichnen mag – in der alten Turnhalle des IKG geöffnet. Dabei darf und soll man nicht nur alles anfassen, sondern darf auch mit den Cuttern Lichtfenster, Durch- und Einblicke öffnen oder über einen Meter fünfzig große Bausteine neu arrangieren. Eröffnet wird die Veranstaltung mit einführenden Worten von Landsbergs drittem Bürgermeister Axel Flörke (Stadt Landsberg) sowie Kreisrätin Ulla Kurz (Landkreis). Zudem werden internationale Gäste anwesend sein.

Spannend wird es schließlich um 22.00 Uhr – die Turnhalle wird abgeschlossen, Kinder dürfen nur noch in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten dabei sein. In einer großen, expressionistischen Aktion wird alles Erschaffene wieder zerstört. „Das gehört zum Konzept und auch zum Event dazu“, sagt Stegink. „Nichts als Fotos, Videos und schöne Erinnerungen bleiben davon übrig. Hier geht es um die barocke Thematik des Werden und Vergehens, nichts hat für immer Bestand.“

Gefördert wird ARCHITECTUS LUCIS vom Kulturfonds Bayern, dem Europäischen Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Stadt Landsberg am Lech, Landkreis Landsberg und dem Bezirk Oberbayern. Der Karton wird von der Firma Redl GmbH und die Gerüste von der Firma Ratzka zur Verfügung gestellt.

Schule mal anders

Mehr als 150 Schülerinnen und Schüler aus Landsberg und Umgebung sind mit ihren Lehrerinnen und Lehrern an unserem Projekt ARCHITECTUS LUCIS beteiligt – eine enorme Resonanz!

Alle konnten ihre ganz eigenen Ideen und Vorstellungen mit einbringen und – soweit dies möglich war – auch verwirklichen. Es war beeindruckend zu sehen, mit welchem Elan und mit welcher Begeisterung sie bei der Sache waren.

Die 11-jährige Mia geht in die 6. Klasse der Montessorischule in Kaufring. „Das Projekt ist toll“, findet sie. „Es macht unheimlich Spaß“. Ihre Freundin Melanie, die ebenfalls in die 6. Klasse der Montessorischule geht, sieht das genauso. „Es ist schön, dass wir machen können, wie wir es uns vorstellen und eigene Ideen liefern können. Alle sind total nett, kümmern sich gut um uns und sind sehr hilfsbereit, das ist schön.“

Adrian ist 13 und geht in die 8. Klasse der Montessorischule. Er liebt es, mit Pappe zu basteln. Allein deshalb findet er das Projekt „klasse“. Toll findet er aber auch, dass er Englisch reden kann, das macht ihm viel Spaß.

Auch der 11-jährige Jonas, der die 6. Klasse der Montessorischule besucht, ist ganz begeistert. „Es ist cool, das wir etwas Handwerkliches machen und dass wir so vertieft arbeiten können. Das, was wir schon erarbeitet haben, sieht wirklich toll auf.“

Die 17-jährige Jana, aus der 12. Jahrgangsstufe des IKG mag es sehr, mit anderen Leuten etwas zu bauen und zu erschaffen. Sie findet es auch toll, dass ihre Schule so engagiert mitmacht und die Schülerinnen und Schüler für das Projekt vom Unterricht befreit. „Für mich sind Kartons bisher einfach nur Kartons gewesen. Es ist spannend zu sehen, was man alles daraus machen kann – vor allem in dieser Größe.“

„Das ist Schule, nur in zehnfacher Verbesserung“, schwärmt der 11-jährige Matthias, der die Mittelschule in Landsberg besucht. Sein Klassenkamerad Dino findet es toll, hergekommen zu sein. „Das machen nicht alle Lehrer“, sagt er.

Aber auch seine Lehrerin Aslihan Öszan ist zufrieden. „Es ist wirklich toll hier – die Kinder sind begeistert, ich bin begeistert. Interessant ist es zu sehen, dass auch die Schüler, die sonst eher schwieriger oder auffällig sind, hier ganz bei der Sache sind. Es ist schön, dass die Schüler kreativ sein können und sich ausleben können. Und am Samstag, wenn sie das Ergebnis sehen, werden sie noch glücklicher sein, Teil dieses Großprojektes gewesen sein zu dürfen.“