Category : Bericht

Eine Arbeit mit Kindern

Vor der Eröffnung der Ausstellung hatten wir in unserem Büro viele Workshops mit Jugendlichen. Es war zweimal pro Woche. Die Jugendlichen bekamen bei uns auchb ein Mittagessen, Pizza und Snasck. Das Ziel des Workshops ist es, Informationen über die „Einheimischen über den Bau einer neuen Brücke“ zu sammeln und auch die eigenen Ideen der Schülerinnen und Schüler über eine neue Brücke zu sammeln. In allen Workshops waren sie glücklich und ich denke, sie sind alle großartige Teamplayer.

Ich konnte wegen meines Deutschkurses nicht an allen Workshops teilnehmen oder ich komme zu spät. Die Kinder teilten sich in Gruppen auf, wir bereiteten Mikrofon und Aufnahmegeräte für sie vor, und sie machten viele Interviews über „neue Brückenideen für Landsberg“ mit Einheimischen. Die anderen Gruppen blieben im Büro und unterhielten sich gegenseitig oder spielten Spiele.

Manchmal war das Wetter nicht gut, manchmal war es sonnig, einige der Studenten waren ziemlich schüchtern, einige von ihnen waren mutig, um ein Interview zu machen, aber sie sind alle motiviert und glücklich unter allen Umständen. Nachdem sie alle Interviews abgeschlossen hatten, bereiteten sie ihre eigenen Ideen für eine neue Brücke vor. Sie malten sie auf ein Papier, das wir ihnen gaben, und machten sich ein paar Notizen. Die Ideen der Kinder waren zu kreativ, und einige von ihnen waren wirklich logisch, was mich überrascht hat. Wir sammelten all diese Bilder, um sie für unsere Ausstellung vorzubereiten. Mit allen Kindern machten wir ein Foto und verteilten das Plakat unserer Ausstellung in den Geschäften in Landsberg. Ich half einigen Kindern, Informationen über ihre Bilder in deutscher Sprache zu schreiben.

Ich stellte fest, dass die Schülerinnen und Schüler alle ein tolles Teammitglied sind und zu allem eine logische Meinung haben. Außerdem sind sie alle freundlich und lustig, manchmal machen sie uns müde, aber das ist normal. Ich hatte ein gutes Verhältnis zu den Schülerinnen und Schülern, ich versuchte, mit ihnen vor allem auf Deutsch zu sprechen, aber als wir festsaßen, hatten sie alle gute Englischkenntnisse, wir sprachen auf Englisch. Das hat mich sehr verbessert, auch die Pizzen waren köstlich.

Text von Ata Yigit Sevdi

Gedanken zu Landsberg

Landsberg

Im September 2019 kam ich nach einer Reise von Istanbul nach München als Freiwilliger in Landsberg am Lech an. Es ist eine kleine und friedliche Stadt, die sich wie die meisten Städte in Deutschland in einen neuen und einen alten Teil teilt. Ich finde die Altstadt schöner und historischer, in der Neustadt gibt es schöne Märkte zum Einkaufen. Die Menschen lächeln mir immer zu und sind sehr höflich. Eine der besten Aktivitäten für mich in Landsberg ist es, in der Nähe des Lech-Flusses zu sitzen und dem Klang von Lech zu lauschen. Die Lage der Stadt ist schön, so dass ich, wenn mir langweilig wird, leicht mit der Deutschen Bahn oder dem Auto nach München oder Augsburg fahren kann. Das Interesse der Menschen an der „Kunst“ hat mich in Landsberg, auch in der Region Bayern, sehr beeindruckt. Obwohl ich das Wetter in Deutschland im Allgemeinen als bewölkt und kalt empfinde, ist Landsberg anders, im Allgemeinen sonnig, was mich glücklich macht. Meine Tage in Landsberg verlaufen ruhig und friedlich, Dank an dieKunstBauStelle e.V. für diese Gelegenheit.

Text von Ata Yigit Sevdi

ZUSAMMEN FÜR DIE ZUKUNFT

Ein Expertentreffen Deutschland und Türkei in Istanbul

 

8.-13. April 2019

 

Der Gouverneur Harun Kaya des Istanbuler Bezirks Küçükçekmece mit 760.000 Einwohner und der Fachabteilung für Projektentwicklung- und Implementierung haben mit dem deutschen Kulturverein dieKunstBauStelle e.V. einen Expertenaustausch und Beratungsgespräche im April in Istanbul durchgeführt. Die Aktivitäten unter dem Titel „ZUsammenKUNFT“ wurden mit Unterstützung des Programms der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke umgesetzt.

 

Die Abteilung für die Projektentwicklung (PGUB) des Distrikt Küçükçekmece soll benachteiligte Kinder und Jugendliche im Alter von 10-18 Jahren sowie der im Distrikt lebenden Migranten mit kulturellen und pädagogischen Projekten erreichen.

 

Im Rahmen des Projekts kamen dazu Wolfgang Hauck, Projektleiter, Vorsitzender des Vereins dieKunstBauStelle e.V., Vorstand des Verbandes Freie Darstellende Künste Bayern und Leiter des Theaters „Die Stelzer“; Monica Schubert, Gründerin und Direktorin der Theater- und Kunstschule mobilé; Harald Rüschenbaum, künstlerischer Leiter des Bayerischen Jugend-Jazz-Orchesters, Professorin Dagmar Boeck-Siebenhaar, von der Freien Universität in Berlin; Selah Okul, Integrationsbeauftragter der Stadt Marktoberdorf und Leiter der Arbeitsgruppe „Asyl“; Josef Eder, Tänzer und Choreograph; Stephan Reischl, ehemaliger Experte am des Goethe-Instituts in Ankara für Deutsch als Fremdsprache; Nai Wen Chang, eine internationale Regisseurin und Produzentin; Emre Tutus, Tanzlehrer und die Bildungsexperten der PGUB-Abteilung des Bezirks Küçükçekmece zusammen. Sie besuchten Institutionen, Verbände und Schulen und führten Konsultationen mit den Direktoren, Verwaltungsleiter und politischen Vertretern durch. Die Besuche bei Nicht-Regierungs-Organisation, die in der Betreuung vom Geflüchteten und bildungsbenachteiligten Jugendlichen umfangreiche Erfahrungen haben, diente der Sondierung von Kooperationsmöglichkeiten.

 

Die Experten von PGUB, die zusammen mit 11 Lehrern auch an einem intensiven Workshop teilgenommen haben, planen bereits einer Reihe von Sozial- und Kulturstudien im Bezirk Küçükçekmece. Deswegen sollen weitere Treffen und eine Fortsetzung des Expertenaustausch folgen.

 

Bei dem Treffen mit den Gästen aus Deutschland in der Distriktverwaltung wurde immer wiweder betont, wie bedeutsam es für die Gestaltung der gemeinsamen Zukunft in Europa es ist, junge Menschen zu vereinen und deren aktiven Teilhabe an der Gesellschaft zu fördern. Mit der vereinigenden Kraft der Kunst und Kultur, soll die Bildungsarbeit im Austausch und in der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei gestärkt werden. Dieses wichtige Treffen hat die Grundlagen dazu gefestigt.

 

Zu diesem Treffen sind in der Türkei mehrfach Artikel erschienen.

 

LINKS

 

https://www.takipmedya.com/haber_detay.php?0d75fe3d374e3ae6283c562f5be6146b=2554

 

https://www.xn--gndemhaber-9db.com/gelecek-icin-birlikte/

 

https://www.memurlarinsesi.com/m/haber/gelecek-icin-birlikte….html

Jessicas Rückblick

Ich heiße Jessica. Ich bin ein Künstler, Musiker und Kinderbuchautor, der zurzeit auf einer Farm in Polen lebt. Da ich während der Sommerzeit ziemlich auf der Farm bleibe (und weil ich nicht zäh genug bin, um die Minusgrade der polnischen Winterzeit zu bewältigen), habe ich es genossen, die Gelegenheit zu nutzen, diesen Winter durch „Workaway“ ein wenig mehr von Europa zu erkunden „.

Landsberg war meine letzte, längste und unvergesslichste Station des Winters. Ich bin seit etwas über zwei Monaten hier und in dieser Zeit habe ich so viele unglaubliche Menschen getroffen und Erinnerungen geschaffen, die ich für den Rest meines Lebens schätzen werde.

Ein Großteil meiner Zeit verbrachte ich im Büro mit dem „Wolf-Durmashkin-Kompositionspreis“ und der Internationalen Jüdisch-Deutschen Festwoche im Mai 2018. Dadurch bin ich auf erstaunliche Menschen und Geschichten gestoßen, die oft gleichermaßen vernichtend und inspirierend sind und meine Wahrnehmung der Welt verändert haben.

Wenn ich nicht gerade Wolfgang’s E-Mails Korrekturgelesen habe, um  die potentiell Deutsche Direktheit im Englischen etwas abzmildern, habe ich Mahlzeiten mit mehr Gemüse gekocht, als die anderen sonst essen wollten, habe Freestyle-Tanzpartys im Büro gemacht, Karaoke-Abende, chaotische arabische Kreistänze und Abendessen und Partys mit Leuten gneossen, die ich noch nie zuvor getroffen hatte, die mich wie einen alten Freund empfingen (und mich mit viel Kuchen fütterten!), „Wolfgang Tours“ in der Stadt, wo jedes kleine Detail seine eigene Geschichte hat und vor allem die Möglichkeit bot, viele wunderbare Menschen aus der ganzen Welt zu treffen (und dauerhafte Freundschaften zu schließen).

Für eine kleine deutsche Stadt hat Landsberg eine unglaublich reiche Geschichte und vielfältige Bevölkerung. Es ist mir jetzt fast peinlich, an das zu denken, was ich mir als „Arbeit mit Flüchtlingen“ vorgestellt habe, bevor ich hierher kam. Die jungen Leute, die ich in Landsberg getroffen habe, haben viele Vorurteile drastisch verändert, von denen ich nicht einmal wusste, dass ich sie hatte und die „Wohltätigkeitsarbeit“, die ich mir vorgestellt hatte, waren in Wirklichkeit unglaubliche Momente gemeinsamen Spaßes, Lachens und aufrichtiger Freundschaft, für die ich bin so dankbar.

Ein großes Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, dass mein Aufenthalt hier so unvergesslich und angenehm ist. Ich hoffe, dass ich mich eines Tages wiedersehen werde.

Jessica xxxx

Höhenflüge aus Papier

Höhenflüge aus Papier

24 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Landsberg bauten im Rahmen unseres Projektes „Fliang“ kunstvolle Papierflieger und Mobilés und lernten dabei die Besonderheiten von Origami kennen. Es entstanden sehr kreative und auch kunstvolle Werke, die in ausgewählten Landsberger Geschäften ausgestellt worden sind.

Einen Tag später begann in der Landsberger Säulenhalle eine offizielle und öffentliche Werkstatt, bei der jeder unter fachlicher Anleitung Papiermodelle zum Thema „Fliegen“ bauen konnte. Ob Flugzeuge, Schmetterlinge oder Vögel – Kraniche oder Friedenstauben nach Origamiart – alles war hier möglich, Hauptsache es fliegt. Am darauf folgenden Tag war die Werkstatt erneut zum Experimentiren für alle offen – jeder war wieder herzlich eingeladen, mitzuwirken.

Alle waren sehr eifrig bei der Sache, Kinder wie Eltern falteten und bastelten, was das Zeug hielt, ließen ihre Flieger bereits in der Säulenhalle testweise fliegen, um sie schließlich weiter zu perfektionieren. Unsere Workshopleiterin Renate, ehemalige Kostümchefin der Bayreuther Festspiele und eine Meisterin im Basteln und Fertigen, bot dabei Hilfe und Unterstützung.

Am letzten Workshoptag wurden die entstandenen Flugobjekte schließlich im benachbarten Saal des Stadttheaters auf ihre Flugtauglichkeit geprüft. Bei diesem Wettbewerb nahm eine Jury die Modelle genau unter die Lupe und prüfte sie anhand der beiden wichtigen Kriterien: Wer hat das schönste Flugzeug gebastelt? Und: Welches Flugobjekt fliegt am besten? Weil aber wirklich alle Flugzeuge schön waren und mit viel Mühe gebastelt wurden, haben wir uns entschlossen, den Sieger per Losverfahren zu ermitteln. Der glückliche Gewinner war der 12-jährige Niklas aus Landsberg. Er durfte sich auf einen echten Rundflug über Landsberg freuen, den er auch schon kurze Zeit später einlöste.

Besuch des Enkels von Wolf Durmashkin

„Henny Durmashkin, stammt ursprünglich aus Vilnius, Litauen und ist eine Überlebender des KZ Dachau. Sie war meine mütterliche Großmutter.

Wolf Durmashkin war ihr Bruder und mein großer Onkel, aber ich traf ihn nie, weil er in einem Konzentrationslager getötet wurde.

Seine musikalischen Fähigkeiten und sein Genie sind in meiner Familie legendär.

Meine ganze Familie ist begeistert und wirklich geehrt durch die Schaffung eines Kompositionspreises zu seinen Ehren.“

Viele Mitglieder unserer Familie sind schon sehr gespannt darauf, an den Feierlichkeiten im Frühjahr 2018 in Landsberg am Lech teilzunehmen.

Jonathan Reisman MD

Juli 2017

Seine Webseite

Jonathan Reisman ist ein Internist und Kinderarzt, Wildnisarzt, Schriftsteller und Philanthrop.

Tamam – Sind Ausrufe übersetzbar?

Wenn wir erschrocken sind, sagen wir „huch“ oder „oh“, wenn wir uns weh tun, sagen wir „aua“ oder „autsch“, wenn jemand niest, sagt ein anderer „Gesundheit“. Klar. Selbstverständlich.

Wie ist das denn aber eigentlich in anderen Ländern und Kulturen? Sagt man dort auch „huch“ oder „oh“? Was erwidert man hier, wenn jemand niest? Das wollten wir an einem unserer Projektnachmittage herausfinden.

Wir haben uns zusammen gesetzt, uns unterhalten und gemeinsam überlegt. Und festgestellt, dass es in anderen Ländern auch ganz andere Ausrufe gibt.

„Ai“ oder „Ach“ sagt man in Syrien etwa, wenn man sich wehtut. „Acha“ lautet der Ausruf, wenn man nach großem Durst endlich etwas zu trinken bekommt, „Ouf“, wenn man keine Geduld mehr hat und genervt ist. Wenn jemand niest, erwidert der andere „Saha“, „Jala“ heißt „Auf geht’s“ und „Tamam“, der Name unseres Projektes, bedeutet „ok, alles gut“.

Wie auch schon beim letzten Projekttag, als es um Redewendungen ging, wollten wir natürlich auch dieses Mal von den Landesbergern wissen, ob sie diese „internationalen“ Ausrufe übersetzen können bzw. ob ihnen spontan eine Idee dazu einfällt. Und erneut sind wir mit unseren Aufnahmegeräten losgezogen in die Landsberger Innenstadt, um genau diese Ideen einzufangen.

Was dabei herausgekommen ist, war zum Teil sehr lustig. Ganz klar lassen sich natürlich die meisten spontanen Assoziationen auf den Klang des Wortes zurückführen. So dachten die meisten beim Ausruf „Saha“, ausgesprochen „Sacha“, spontan an die Wiener Sachertorte und benannten somit aus dem Bauch heraus „Saha“ als ein Gericht oder Essen. Aber auch Assoziationen wie „Soccer“ und damit ein Fußballspiel oder die „Sahara“ oder auch „Saha“ als ein Schimpfwort wurden genannt. Bei „Wala“, also der syrischen Redewendung für „echt, wirklich?“ dachten die meisten Leute an das französische „Voilà“ oder aber an das englische „water“ und gaben dementsprechend „Hier bitte“ oder „Wasser“ als Übersetzungen an. „Tamam“, auch der Name unseres Projektes,  wurde am häufigsten mit „Mama“ assoziiert – und viele kamen daher auf Mutter, Tante oder eine Person, die man lieb hat.

Es war jedenfalls eine Befragung, die allen, die sich darauf eingelassen haben, großen Spaß gemacht hat. Und die meisten wollten die Auflösung dann auch tatsächlich wissen. Natürlich haben wir es den Leuten auch nicht ganz so leicht gemacht – zunächst mussten sie das ausländische Wort nachsprechen, und zwar so lange, bis unsere Flüchtlinge das OK gegeben haben, dass es so auch richtig ausgesprochen ist. Meist waren sie jedoch gnädig bei der Beurteilung…

Tamam – Im Dienste der Wissenschaft

Ende Juni besuchten uns die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der Universität Würzburg, Sabine Wolz und Tanja Wilkeneit, um sich einen typischen Tamam-Projekttag anzuschauen und sich einen Überblick zu verschaffen, was wir hier machen.

Der Hintergrund: An der Uni Würzburg wurde letzten November eine Forschungsstelle eingerichtet, in der mit den beiden Projektleitern – einem Professor der Kunstpädagogik und einem Professor der Sonderpädagogik – ein Forschungsprojekt durchgeführt wird. „Pädagogische Gelingensbedingungen und Wirkungen ästhetischer Bildung bei Menschen in sozial schwierigen Konstellationen („waebi“) – so lautet der Titel dieses Forschungsprojektes, das zwei Zielgruppen vereinen soll: Jugendliche mit sozialer Benachteiligung und Jugendliche mit Flüchtlingshintergrund.

„Vor diesem Hintergrund suchen wir zehn Projekte, die sich damit beschäftigen,“ erklärt Sabine Wolz. „Die Projekte haben wir über das Internet recherchiert, und dieKunstBauStelle ist uns sofort positiv aufgefallen.“

Im ersten Schritt haben sich die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen angeschaut, wie wir gemeinsam mit den Jugendlichen arbeiten und ob gewisse Kriterien erfüllt sind – etwa, dass die Jugendlichen eigene Ideen einbringen können. In einem zweiten Schritt, der in einem separaten Termin durchgeführt wird, werden Interviews mit den Jugendlichen und den Referenten gehalten.

Das wissenschaftliche Forschungsprojekt wird bundesweit durchgeführt. „Die Sparten stehen uns dabei offen – von Musikrhytmus, Tanz, Bewegung, Improvisation, über bildende Kunst bis hin zum Zirkus,“ berichtet Tanja Wilkeneit.

„Dabei schauen wir auch gerne nach Projekten, die parallel unterschiedliche Sparten aufgreifen, wie das von  dieKunstBauStelle, das zum Beispiel Theater, Videodreh und Interviewführung miteinander vereint.“

Tanja Wilkeneit und Sabine Scholz waren ganz beeindruckt von unserer Arbeit. Sie empfanden die Stimmung im Team als sehr positiv und haben gestaunt, wie engagiert sich die Jugendlichen – ob Schülerinnen und Schüler des IKG oder die jungen Geflüchteten – einbringen.

Der Forschungsbericht wird in Schriftform veröffentlicht werden – ob in Buchform oder anderer Verschriftlichung steht derzeit noch nicht fest – in jedem Fall wird er auch online zu lesen sein. Gefördert wird das Forschungsprojekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

 

 

Rachel´s Feedback

Ich bin Rachel, ich komme aus Lyon (Frankreich). Als junge Redakteurin will in ein anderes Land und andere Kulturen entdecken . Ich finde die Inspiration für meine Arbeit durch Reisen und Erfahrungen, aber in erster Linie durch menschliche Beziehungen.

Ich verlasse mich auf die Kunst und bringe meine Ideen und Projekte in verschiedenen Organisation ein.

Da ich mich sehr um das Thema der soziale Ungleichheiten beschäftige, habe ich mich entschieden, dies durch die Mittel des Kinos zu bekämpfen; Aber auch jede andere Form von Künsten.

Deswegen habe ich mich auch entschlossen, mit der Organisation dieKunstBauStelle für 3 Wochen zu arbeiten.

Ich war verantwortlich für einen Video-Workshop mit Flüchtlingen und deutschen Schülern. Ich habe ihnen die Grundlagen der Bearbeitung und Postproduktion und einige Regeln der Kinoanalyse beigebracht. wir erstellen kurze Videos zusammen und erschossen das auch erst einmal ab.

Ich fühlte mich wie ein Fisch im Wasser!

Wolfgang Hauck vertraut mir und so gelang es uns, einen großartigen Workshop und ein wunderschönes und originelles Musikvideo zu kreieren.

Ich habe es wirklich geliebt, an einem solchen Projekt teilzunehmen, ich war nicht nur ein Techniker. Ich war ganz in die ganze Organisation involviert. Wir haben geplant, wir haben gearbeitet, wir haben unsere Pläne gemacht, wir haben neue Pläne gemacht und nicht nicht aufgegeben, wenn es mal anstrengend war.

Jedenfalls gibt es einfach nichts, was man nicht mit Wolfgang Hauck und derKunstBauStelle machen kann.

Es ist eine erstaunliche Struktur, die ich dort entdeckt habe und in der ich sehr gerne wieder arbeiten würde.

 

Rachel

Tamam – Andere Länder, andere Redewendungen

Im Rahmen unseres Integrationsprojektes „Tamam“ sind wir in einem gemeinsamen kreativen Brainstorming auf die Idee gekommen, zu untersuchen, welche Redewendungen andere Länder und Kulturen haben.

So wie für viele der Geflüchteten unsere Redewendungen sicherlich seltsam klingen und unverständlich sind – etwa „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ oder „sich ein Herz fassen“, klingen natürlich Redewendungen aus ihrer Heimat für uns komisch, wenn man sie wörtlich übersetzt. Dem wollten wir näher auf den Grund gehen. Und zuerst natürlich wissen, was gibt es bei ihnen für Sprichworte und Redewendungen und vor allem was bedeuten sie? Denn das wird auf Anhieb nicht unbedingt deutlich…

So haben wir uns zusammen gesetzt, überlegt und gesammelt, und es kamen für uns lustige und nachdenklich stimmende Sätze heraus:

„Jemand lernt aus seiner Tüte.“

„Der Esel fällt nicht zweimal in ein Loch.“

„Der Traum des Teufels ist das Paradies.“

„Du hast ein Gesicht genommen.“

„Du bist wie ein Berg im Sturm.“

„Eine Frau kämpft mit dem Mund“.

Bei einigen Redewendungen kann man sich die Bedeutung gleich denken, einige sind auch unseren sehr ähnlich. „Der Esel fällt nicht zweimal in ein Loch“, das wusste gleich jeder von uns, bedeutet „Den gleichen Fehler nicht zweimal machen“. Was aber bedeutet wohl „Jemand lernt aus seiner Tüte“?

Das wollten wir auch von den Landesbürgern wissen, haben uns gemeinsam drei Redewendungen aus Syrien und Eritrea ausgesucht und sind, ausgestattet mit Mikrophon und Aufnahmegerät, mit den Jugendlichen losgezogen, um sie zu befragen. Schnell wurde deutlich: Für die Passanten war es gar nicht so leicht, hier auf eine Bedeutung zu kommen und manche mussten erst einmal ziemlich überlegen.

Den jungen Geflüchteten hat die Befragung großen Spaß gemacht. Es war interessant und lustig für sie zu hören, wie die Leute die für sie so eindeutigen Redewendungen interpretieren. Schön war für sie auch, der Landsberger Bevölkerung ein Teil ihrer eigenen Kultur näher zu bringen und sich teilweise auch mit ihnen dazu auszutauschen.